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LehrsatzEthics II.P71 / 16

Die Ordnung der Ideen und der Dinge ist dieselbe

Formale Aussage

Die Ordnung und Verknüpfung der Ideen ist dieselbe wie die Ordnung und Verknüpfung der Dinge. Ein geistiges Ereignis und das ihm entsprechende körperliche Ereignis sind nicht zwei kausal verbundene Geschehnisse, sondern ein und dasselbe Ereignis, beschrieben unter zwei Attributen -- Denken und Ausdehnung.

In einfacher Sprache

Denke an eine einzelne Münze mit zwei Seiten. Dein Gedanke und der Gehirnzustand, der dieser Gedanke 'ist', sind nicht Ursache und Wirkung -- sie sind dieselbe Wirklichkeit, in zwei Sprachen gelesen. Welches Muster du auch in der physischen Welt findest, es hat ein genaues Spiegelbild in der Welt der Ideen, denn beide sind Ausdrücke einer Substanz.

Warum dies folgt

Dies ist unser Ausgangspunkt. Spinoza hat in Teil I bewiesen, dass es nur eine Substanz gibt, die durch unendliche Attribute ausgedrückt wird. Teil II, Lehrsatz 7 zieht die unmittelbare Konsequenz: Da Denken und Ausdehnung Attribute derselben Substanz sind, müssen ihre inneren Ordnungen identisch sein.

Geist und Körper sind parallele Ausdrücke einer Wirklichkeit, die niemals als getrennte Bereiche aufeinander wirken.

Verknüpfte Begriffe

Wenn Geist und Körper wirklich dasselbe Ereignis unter zwei Beschreibungen sind, warum erleben wir sie dann so beharrlich als getrennt?