Gegensätzliches kann nicht koexistieren, wenn eines das andere zerstören kann
Formale Aussage
Dinge sind von Natur aus gegensätzlich -- das heißt, sie können nicht in demselben Subjekt existieren --, insofern eines das andere zerstören kann. Könnten zwei gegensätzliche Naturen in einem Ding koexistieren, enthielte dieses Ding etwas, das es zerstören kann, was III.P4 widerspricht.
In einfacher Sprache
Stelle dir vor, du hältst Feuer und Eis zugleich in derselben Hand. Wenn sie echte Gegensätze sind -- eines in der Lage, das andere zu vernichten --, können sie nicht stabil dasselbe Subjekt bewohnen. Dies ist der Bereinigungsschritt. Zusammen mit ce-05 bedeutet er: Ein Ding hat nicht nur keine innere Selbstzerstörung, es widersteht auch aktiv der Gegenwart von allem, was es zerstören könnte. Der Boden ist nun bereitet für den Conatus.
Warum dies folgt
Direkt aus ce-05: Wenn nichts zerstört wird außer durch eine äußere Ursache, dann würde ein Ding, das zwei Gegensätze beherbergt, seine eigene Zerstörung enthalten -- im Widerspruch zu ce-05. Gegensätze sind also von der Koexistenz ausgeschlossen.
Ein Ding widersteht dem, was es zerstören könnte; Gegensätze werden strukturell ausgestoßen.
Wenn Gegensätze nicht im selben Subjekt koexistieren können, wie sollen wir innere Konflikte verstehen -- etwa den Wunsch, mit dem Rauchen aufzuhören, während man zugleich nach einer Zigarette verlangt?