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LehrsatzEthics I.P322 / 18

Der Wille kann nicht eine freie Ursache genannt werden

Der Wille kann nicht eine freie Ursache genannt werden2
Ethics I.P32

Formale Aussage

Der Wille kann nicht eine freie Ursache genannt werden, sondern nur eine notwendige Ursache. Der Wille ist ein bestimmter Modus des Denkens und erfordert daher (nach I.P28) eine Ursache, die ihn bestimmt, welche ihrerseits eine Ursache erfordert, und so fort bis ins Unendliche.

In einfacher Sprache

Menschen schlagen eine Ausnahme für menschliche Entscheidungen vor: 'Sicher folgen Steine Gesetzen, aber meine Entscheidungen sind frei.' Spinoza blockiert diesen Schritt auf der Ebene Gottes selbst. Selbst Gottes Wille, wenn wir dieses Wort verwenden, ist durch die Notwendigkeit seines eigenen Wesens bestimmt. Dein Wille ist also kein Fluchtweg aus der Kausalität -- er ist ein weiteres Glied in der Kausalkette.

Warum dies folgt

Schritt 1 (df-01) hat die universale Notwendigkeit festgestellt. Dieser Schritt wendet sie speziell auf den Willen an und schließt den gängigsten Einwand: dass der Geist irgendwie außerhalb der Kausalordnung stehe.

Wahl ist keine Ausnahme von der Notwendigkeit -- sie ist ein Beispiel dafür.

Verknüpfte Begriffe

Wenn du über eine Entscheidung nachdenkst, beweist das Erleben des 'Abwägens von Optionen', dass dein Wille unverursacht ist, oder könnte dieses Erleben selbst bestimmt sein?