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LehrsatzEthics II.P28; Ethics II.P29; Ethics II.P30; Ethics II.P314 / 18

Unsere Erkenntnis von uns und äußeren Dingen ist meist inadäquat

Unsere Erkenntnis von uns und äußeren Dingen ist meist inadäquat4
Ethics II.P28; Ethics II.P29; Ethics II.P30; Ethics II.P31

Formale Aussage

Die Ideen der Modifikationen des menschlichen Körpers sind, insofern sie allein auf den menschlichen Geist bezogen werden, nicht klar und deutlich, sondern verworren. Wir können nur sehr inadäquate Erkenntnis von der Dauer unseres eigenen Körpers und der äußeren Dinge haben.

In einfacher Sprache

Hier liegt der Grund, warum wir uns so fühlen, als wären die Dinge kontingent, obwohl sie es nicht sind. Unsere Sinneserfahrung ist bruchstückhaft: Wir nehmen Wirkungen wahr, ohne ihre vollständigen Ursachen zu erfassen. Wenn du die Sonne siehst, spiegelt deine Idee von ihr wider, wie dein Körper affiziert wurde, nicht die tatsächliche Beschaffenheit der Sonne. Diese Verworrenheit ist die Quelle der Illusion von Kontingenz. Wir nennen Dinge 'möglich' oder 'zufällig', gerade weil wir die Notwendigkeit hinter ihnen nicht sehen.

Warum dies folgt

Die Schritte 1-3 (df-01 bis df-03) haben festgestellt, dass nichts kontingent ist. Eine Frage drängt sich natürlich auf: Wenn alles notwendig ist, warum erscheint die Welt dann so unvorhersehbar? Dieser Schritt antwortet: weil die meisten unserer Ideen inadäquat sind. Das Erleben von Kontingenz ist ein epistemologisches Artefakt, keine ontologische Tatsache.

Unkenntnis der Ursachen erzeugt die Illusion der Kontingenz.

Verknüpfte Begriffe

Fällt dir eine Situation ein, in der etwas zufällig schien, bis du die Ursache verstanden hast -- und es dann offensichtlich schien? Was hat sich verändert: das Ereignis oder dein Wissen?