Skip to content
Startseite
Karte öffnen
LehrsatzEthics III.P910 / 16

Der Geist ist sich seines eigenen Strebens bewusst

Formale Aussage

Der Geist strebt, sowohl insofern er klare und deutliche als auch insofern er verworrene Ideen hat, auf unbestimmte Zeit in seinem Sein zu verharren, und dieses Strebens ist er sich bewusst. Der Geist ist sich seiner selbst notwendig bewusst durch die Ideen der Modifikationen des Körpers, und da sein Wesen der Conatus ist (III.P7), ist er sich seines eigenen Strebens bewusst.

In einfacher Sprache

Nun wird der Conatus zu etwas, das wir fühlen können. Frühere Schritte haben das Streben als eine universale metaphysische Tatsache festgestellt -- sogar ein Stein strebt. Aber Menschen haben Geister, die Ideen komplexer Körper sind, und diese Geister sind sich ihrer selbst bewusst (II.P23). Wir streben also nicht nur; wir wissen, dass wir streben. Dieses bewusste Streben ist die Wurzel allen subjektiven emotionalen Lebens. Wir fühlen, wie unsere eigene Macht zu- und abnimmt, weil der Geist den Zustand des Körpers wahrnimmt und der Zustand des Körpers der Conatus in Aktion ist.

Warum dies folgt

Das Wesen des Geistes wird durch adäquate und inadäquate Ideen konstituiert (ce-04, III.P3). Nach ce-08 ist dieses Wesen der Conatus. Der Geist ist sich seiner selbst durch Ideen körperlicher Modifikationen bewusst (II.P23). Folglich ist der Geist sich seines eigenen Strebens bewusst.

Das bewusste Streben ist die subjektive Wurzel allen emotionalen Lebens.

Verknüpfte Begriffe

Kannst du gerade jetzt deinen eigenen Conatus bemerken -- ein Hintergrundbrummen des Strebens fortzubestehen? Wie fühlt es sich an, wenn überhaupt?