Gott/Natur
Für Spinoza sind Gott und die Natur ein und dasselbe. Es gibt keinen Schöpfer, der getrennt von der Schöpfung steht -- das Universum selbst ist die eine unendliche Substanz.
Vertiefung
Spinozas radikalster Schritt ist die Gleichsetzung von Gott mit der Natur (Deus sive Natura). Dies ist nicht der persönliche Gott der Theologie, sondern die Gesamtheit von allem, was existiert, verstanden durch seine eigenen Gesetze. Gott ist kein Wesen, das zu erschaffen wählt; Gott ist die notwendige, selbstverursachte Wirklichkeit -- Ursache seiner selbst (causa sui) --, die sich in allem ausdrückt. Jedes physikalische Gesetz, jeder Gedanke, jedes Sandkorn ist ein Modus dieser einen Substanz.
Warum es wichtig ist
Diese Gleichsetzung beseitigt die Kluft zwischen dem Heiligen und dem Natürlichen. Wenn Gott die Natur ist, dann ist das wissenschaftliche Verstehen der Welt selbst eine Form der Gotteserkenntnis. Es bedeutet auch, dass es kein übernatürliches Eingreifen gibt -- alles folgt aus dem Wesen der Wirklichkeit selbst.
Quellenverweise
- Ethics I.P14-P15